Wie entstehen Emotionen im Gehirn?

Stellen Sie sich vor, Sie öffnen den Küchenschrank und eine Maus springt heraus. Verschiedene Reaktionen sind denkbar: Ein erschreckter Satz nach hinten, weil man die pelzige Kreatur als Bedrohung wahrnimmt. Das Herz würde wahrscheinlich schneller schlagen, vielleicht würde man vor Angst sogar schreien.

Oder Sie treffen sich auf ein Getränk mit einer guten Freundin. Sie lächeln, während Sie sich miteinander unterhalten. Ihr Körper ist entspannt und vor lauter Freude merken Sie nicht, wie die Zeit verfliegt.

Wir alle wissen, was es bedeutet, Emotionen zu erleben - wir wissen, dass es sowohl physische als auch mentale Komponenten gibt, sei es das Zurückschrecken, wenn wir eine Maus sehen, oder das Gefühl, zufrieden zu sein, wenn wir mit nahestehenden Menschen zusammen sind. Der "Schauer über den Rücken" oder die "Schmetterlinge im Bauch" sind Formulierungen, die verdeutlichen, dass Gefühle nicht nur im Kopf stattfinden, sondern auch in körperlichen Reaktionen zum Ausdruck kommen.

Woher kommen Emotionen?

Zwar blitzen Gedanken und Gefühle oft schnell auf, doch das Gehirn muss enorme Arbeit leisten, sodass wir eine Emotion tatsächlich erleben - Umstände und körperliche Signale werden interpretiert und beeinflusst, und das hat Auswirkungen darauf, wie man fühlt und reagiert.[1]  

Wodurch werden Emotionen verursacht?


Im Laufe der Geschichte haben Psychologen, Neurowissenschaftler und Philosophen verschiedenste Erklärungen dafür geliefert, wie Emotionen entstehen.[2] [3]

(Spoiler-Alarm: Die Experten streiten sich auch heute noch um die einzig wahre Erklärung.)

Als die Psychologie noch in den Kinderschuhen steckte, ging man davon aus, dass Emotionen vollständig davon abhängen, wie der Körper auf ein Ereignis reagiert. Sie sehen eine Maus, zittern und haben deshalb Angst. Eine andere Forschungsmeinung ging vom Umgekehrten aus: Wir haben keine Angst, weil wir zittern, sondern wir zittern, weil wir Angst haben. Aber manchmal zittern wir auch, weil uns kalt ist.

Von der These ausgehend, dass äußere Ereignisse zu körperlichen und geistigen Reaktionen führen, begannen Psychologen zu erforschen, in welchem Bereich des Gehirns Emotionen reguliert werden.

Auf diese Theorien aufbauend untersuchte man außerdem, wie unsere individuellen Denkprozesse unsere emotionale Erfahrung beeinflussen. Diese Forschungen führten zu kognitiven Emotionsmodellen, die ein vollständigeres Bild davon vermitteln, wie unsere individuellen Erfahrungen und Überzeugungen Einfluss auf unsere emotionalen Reaktionen haben.

Die recht junge Facial-Feedback-Hypothese vertritt den Ansatz, dass wir unsere Stimmung verbessern können, indem wir die Mimik, die mit positiven Emotionen verbunden ist, einfach nachahmen.[4] Lächeln ist also gut für Sie!

Wie das Gehirn Emotionen verarbeitet

Zwar wird noch viel darüber diskutiert, wodurch Emotionen ausgelöst werden und ob sie von allen Menschen weltweit auf dieselbe Weise erlebt werden, aber feststeht, welche Teile des Gehirns während des Erlebens von Gefühlen aktiv sind.

Forscher glauben, dass Emotionen durch das limbische System beeinflusst werden - dazu gehören die Amygdala, der Hippocampus und der Hypothalamus sowie verschiedene Gehirnnetzwerke und Neurotransmitter. Sie alle spielen verschiedene Rollen bei der Verknüpfung unserer Emotionen und Erinnerungen - der Stimmung entsprechendes Verhalten wird angeregt und körperliche Reaktionen werden ausgelöst.[5]

Wenn das Gehirn Signale darüber empfängt, was um uns herum passiert, nutzt es diese als Grundlage zur Steuerung unserer emotionalen Reaktionen.

Wir haben also nur selten die alleinige Kontrolle über unser Denken und Verhalten - in den meisten Fällen sind wir tatsächlich unseren Emotionen ausgeliefert. Das Gehirn nutzt bisherige Erfahrungen, um zu interpretieren, was wir jetzt erleben, und generiert emotionale Reaktionen, die es für angemessen hält.[6]

Dennoch haben wir eine gewisse Kontrolle über diesen instinktiven, automatischen Prozess, genauso wie über unser Verhalten.

Unsere Gedankenprozesse sind ganz wesentlich an der Generierung unserer Gefühle beteiligt. So können wir also versuchen, unsere Gedanken umzustrukturieren und positiver zu gestalten, um auf tägliche Stressoren wirkungsvoll zu reagieren und unsere emotionale Gesundheit zu stabilisieren.[7]

Sorgen Sie für Ihre emotionale Gesundheit

Unsere Emotionen spielen eine wichtige Rolle bei der Beeinflussung unseres Denkens und Verhaltens. Dies wirkt sich auf unsere Lebensfreude, unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden aus. Die Pflege unserer emotionalen Gesundheit ist also unerlässlich, wenn wir unser Leben in vollen Zügen genießen wollen. Wir haben zehn Tipps für Sie zusammengestellt, die Sie bei der Pflege Ihrer emotionalen Stabilität unterstützen können.

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[1] Susan Krauss Whitbourne (Psychology Today, 2012). Caitlin Uttley (howstuffworks.com, 2018). 5 ways your brain influences your emotions.

[2] Susan Krauss Whitbourne (Psychology Today, 2012). Susan Krauss Whitbourne (Psychology Today, 2012). The complete guide to understanding your emotions.

[3] Susan Krauss Whitbourne (Psychology Today, 2012). Kendra Cherry (verywellmind.com, 2018). Overview of the 6 major theories of emotion.

[4] Susan Krauss Whitbourne (Psychology Today, 2012). Susan Krauss Whitbourne (Psychology Today, 2012). The complete guide to understanding your emotions.

[5] Susan Krauss Whitbourne (Psychology Today, 2012). Sarah McKay (yourbrainhealth.com.au, 2016). How does the brain process emotions?

[6] Susan Krauss Whitbourne (Psychology Today, 2012). Emma Bryce (Wired, 2017). How emotions are ‘made’: why your definition of sadness is unlike anyone else’s.

[7] Susan Krauss Whitbourne (Psychology Today, 2012). The complete guide to understanding your emotions.

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